Internal Linking im Jahr 2026: Hub-&-Spoke, Breadcrumbs und Empfehlungsbereiche

Empfehlungsbereich Inhalte

Internal Linking ist längst mehr als „ein paar Links setzen und hoffen“. Im Jahr 2026 entstehen verlässliche Ergebnisse durch eine klare Struktur, die Menschen beim Orientieren hilft, Suchmaschinen das Crawling erleichtert und auch bei wachsendem Umfang wartbar bleibt. Am stabilsten funktioniert ein Hub-&-Spoke-Ansatz, ergänzt durch Breadcrumb-Navigation und sinnvoll gestaltete Empfehlungsbereiche, die ihren Platz durch Relevanz verdienen.

Hub-&-Spoke-Architektur, die skaliert, ohne zur Link-Schleuder zu werden

Ein „Hub“ ist die Seite, die Überblick und Standards setzt: Sie definiert das Thema, beantwortet die Kernfragen und verweist auf die wichtigsten Unterthemen. Die „Spokes“ sind genau diese Unterthemen-Seiten – jede geht tiefer und bedient eine klar erkennbare Such- bzw. Nutzerintention. In der Praxis funktioniert das am besten, wenn der Hub nicht nur eine Kategorie-Liste ist, sondern eine redaktionelle Seite mit sauberer Gliederung, einem kurzen Inhaltsverzeichnis und Links, die im Kontext erklärt werden (warum dieses Unterthema wichtig ist und was Leser dort konkret erwartet).

Der häufigste Fehler 2026: Hub-&-Spoke wird mit aggressivem Cross-Linking verwechselt. Spokes sollten zurück zum Hub verlinken (damit die Hierarchie eindeutig bleibt) und können auf wenige „Geschwister“-Spokes verweisen, wenn es einen natürlichen nächsten Schritt gibt (zum Beispiel „Messung“ nach „Umsetzung“). Sobald ein Spoke auf zehn lose verwandte Seiten „für alle Fälle“ verweist, wird es für Menschen wie für Crawler zu Rauschen.

Auch die technische Umsetzung zählt: Links sollten crawlbar sein – also klassische HTML-Links mit einem href-Attribut. Wenn Navigation über Nicht-Link-Elemente, komplexe Skripte oder Click-Handler läuft, die keine echten URLs liefern, entsteht unnötige Reibung für Discovery und Crawling. Halte die Basis bewusst schlicht und robust und nutze JavaScript eher für Verbesserungen als für den Hauptweg durch Inhalte.

Anchor-Text, Linkplatzierung und ein praktisches „Link-Budget“ pro Seite

Der Anchor-Text sollte beschreiben, was nach dem Klick folgt. Das klingt banal, trotzdem findet man weiterhin „hier klicken“ oder sehr vage Linktexte, die überall gleich sind. Eine einfache Regel: Wenn man nur den Linktext liest, sollte das Ziel trotzdem verständlich sein. Das ist genauso Usability wie es bei der Interpretation von Seitenbeziehungen hilft.

Die Platzierung ist mindestens so wichtig wie die Wortwahl. Setze die wichtigsten internen Links dort, wo Leser sie wirklich brauchen: nach einer zentralen Definition, am Ende eines Abschnitts, der eine Folgefrage aufwirft, oder in einem kurzen „Nächster Schritt“-Bereich nach dem Hauptteil. Links, die in überladenen Footern versteckt sind oder in thematisch unpassenden Absätzen auftauchen, werden selten genutzt – und verwässern das Signal, worum es auf der Seite eigentlich geht.

Lege eine interne Richtlinie zur Linkmenge fest. Es gibt keine magische Zahl, aber es gibt den Punkt, an dem zusätzliche Links keinen Navigationswert mehr bringen. Praktisch ist ein Ansatz mit „Pflichtzielen“ (Hub, gegebenenfalls eine zentrale Zielseite, plus ein bis zwei hochrelevante Ressourcen) und einer begrenzten Zahl an Kontext-Links, die das Verständnis wirklich verbessern. So bleiben Redaktion und Struktur langfristig konsistent, statt dass Seiten mit der Zeit unübersichtlich werden.

Breadcrumbs als Navigation zuerst – und als strukturierte Daten danach

Breadcrumbs funktionieren, wenn sie eine echte Hierarchie abbilden: Startseite → Bereich → Unterbereich → aktuelle Seite. Für Nutzer reduzieren sie unnötiges Zurückspringen und bestätigen „wo bin ich?“. Für Betreiber schaffen sie einen konsistenten internen Pfad zu wichtigen Bereichen und fördern saubere Informationsarchitektur statt endloser Tag- und Filter-Ebenen.

2026 brechen Breadcrumbs oft still und leise: Der Trail passt nicht zur tatsächlichen Struktur, nutzt uneinheitliche Benennungen oder springt aus Bequemlichkeit zwischen Bereichen. Behandle Breadcrumbs als Teil des redaktionellen und UX-Systems – nicht als Deko. Wenn eine Seite sich nicht sauber in die Hierarchie einordnen lässt, ist das ein Hinweis, Taxonomie oder Hub-Strategie zu überarbeiten.

Wo es sinnvoll ist, ergänze Breadcrumb-Markup, das exakt dem entspricht, was Nutzer auf der Seite sehen. Der Kern ist Übereinstimmung: sichtbare Breadcrumbs, interne Links und Markup sollten dieselbe Geschichte erzählen. Wenn strukturierte Daten einen Pfad beschreiben, den die Seite nicht zeigt, entsteht vermeidbare Verwirrung und potenziell Ärger in Auswertungen wie der Search Console.

Typische Breadcrumb-Fallen: Facets, Duplikate und inkonsistente Trails

Facettierte Navigation (Filter wie Marke, Farbe, Preis) ist die klassische Breadcrumb-Falle. Gefilterte Listen können tausende URL-Kombinationen erzeugen, und Breadcrumbs werden wertlos, wenn sie jede Filterwahl als neue Ebene behandeln. Sicherer ist es, Breadcrumbs an die Kernhierarchie von Kategorie und Hub zu binden und Filter eher als Zustand auf der Seite zu führen – nicht als „neue Stufe“ im Trail.

Ein weiteres Problem sind doppelte Inhalte durch mehrere Breadcrumb-Routen zur selben Seite. Wenn ein Artikel in drei Kategorien „passen“ könnte, wähle ein primäres Zuhause für den Breadcrumb-Trail und unterstütze Discovery über Empfehlungsbereiche (kontextuelle Module), statt den Breadcrumb-Pfad je nach Einstiegspunkt zu wechseln.

Konsequenz gewinnt: Nutze durchgehend dieselben Benennungslogiken, halte URLs lesbar und vermeide häufige Struktur-Umbauten, wenn du nicht bereit bist, Redirects sauber zu managen. Breadcrumbs werden erst dann zur Stärke, wenn Nutzer die gleiche Logik überall wiederfinden.

Empfehlungsbereich Inhalte

Empfehlungsbereiche, die Wege verbessern – nicht nur Seitenaufrufe

Empfehlungsbereiche („Ähnliche Inhalte“, „Empfohlene Artikel“, „Nächste Lektüre“) machen Internal Linking wirklich nutzergeführt. Ziel ist, die nächste plausible Frage zu antizipieren – nicht, Traffic in lose verwandte Seiten zu drücken. 2026 funktionieren diese Bereiche am besten, wenn sie nach Intentionen gesteuert werden: Einsteiger vs. Fortgeschrittene, informativ vs. transaktional sowie Problem-→-Lösung-Abfolgen.

Halte das Modul kompakt: wenige starke Empfehlungen schlagen eine lange Liste. Gib jedem Element einen klaren Titel und – wo möglich – eine kurze Erklärung, die Erwartungen setzt. Das reduziert Absprünge und wirkt wie redaktionelle Führung statt wie Zufallsauswahl. Gleichzeitig bleibt die Qualität wartbar, weil man schnell prüfen kann, ob jede Empfehlung wirklich passt.

Plane Pflege von Anfang an ein. Empfehlungsbereiche starten oft gut und „altern“, sobald neue Seiten entstehen. Ein monatlicher Review für die wichtigsten Landingpages (gemessen an organischen Einstiegen) reicht häufig: prüfen, ob die Empfehlungen noch zur Intention passen, veraltete Ziele austauschen und sicherstellen, dass auf die aktuell beste Ressource verlinkt wird – nicht auf einen alten Beitrag, der nur ähnliche Keywords enthält.

Wie man Empfehlungen auswählt: Intent-Mapping, Freshness-Regeln und Tests

Beginne mit Intent-Mapping. Notiere für jeden Hub und jeden Spoke die wichtigsten 3–5 Folgeintentionen, die nach dem Lesen typischerweise entstehen. Ordne diesen Intentionen dann die besten passenden Seiten zu. So vermeidest du die verbreitete „Keyword-Matching“-Logik innerhalb der eigenen Seite, die oft schwache Empfehlungen produziert, weil sie ignoriert, was Leser als Nächstes wirklich tun wollen.

Definiere Freshness-Regeln, damit das Modul glaubwürdig bleibt. Freshness heißt nicht automatisch „am neuesten“, sondern „noch korrekt“. Bei Themen, die sich schnell ändern (Regeln, Preise, technische Standards), kann die Regel „vierteljährlich prüfen“ sinnvoll sein. Bei Evergreen-Themen eher „jährlich prüfen oder wenn Leistung sinkt“. So wird Pflege ein normaler Teil des Publishings – kein Notfall, wenn Rankings fallen.

Teste mit Kennzahlen, die wirklich zählen. Miss die Klickrate im Modul, aber beobachte auch, was nach dem Klick passiert: Verweildauer, Scrolltiefe und ob Nutzer zurück zum Hub gehen oder tiefer einsteigen. Wenn ein Empfehlungsbereich Klicks bringt, aber schnelle Exits erzeugt, passt meist das Versprechen (Titel/Linktext) nicht zum Ziel – oder die Empfehlung ist schlicht nicht der beste nächste Schritt.